Neue Anlaufstelle für Drogenabhängige in Bremen

Bremen lässt die Einrichtung eines sogenannten Druckraums für Drogenabhängige prüfen. Anlass ist das im September beschlossene Sicherheitskonzept für den Hauptbahnhof.

Sie werden Druckraum, Fixerstube oder Drogenkonsumraum genannt, 24 solcher Anlaufstellen für drogenabhängige Frauen und Männer gibt es in deutschen Städten. Auch in Bremen wird jetzt die Einrichtung eines Drogenkonsumraums geprüft. Das geht aus einer Vorlage der Gesundheitsbehörde hervor, mit der sich der Senat an diesem Dienstag befasst. Die Fraktion der Grünen hatte Ende Januar eine entsprechende Anfrage gestellt.

Im November vergangenen Jahres hatte die Behörde von Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) das Institut für Public Health und Pflegeforschung an der Universität Bremen mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, Ende Juni sollen die Ergebnisse vorliegen. Seit Anfang des Jahres recherchieren die Uni-Wissenschaftler, welche Erfahrungen Städte wie Hamburg, Hannover oder Berlin mit Einrichtung und Betrieb von Drogenkonsumräumen gemacht haben. „Seit Mitte der Neunzigerjahre gibt es Drogenkonsumräume mit ganz unterschiedlichen Konzepten“, erklärt Uni-Professor Henning Schmidt-Semisch. „Sie richten sich an Schwerstabhängige, die ihre selbstbeschafften Drogen in den Räumen unter hygienischen Bedingungen konsumieren können. Außerdem erhofft man sich durch die Einrichtung von Druckräumen, mehr Betroffene für Angebote der Drogenhilfe erreichen zu können.“